Im Brennpunkt // News und aktuelle Themen

"Glaukos iStent inject™ – Glaukomimplantat der neuesten Generation"

Die Micro-Invasive Glaucoma Surgery (MIGS) ist eine aufstrebende Kategorie der chirurgischen Glaukombehandlung. Die Umgehung der Hauptursache des Abflusswiderstands, des Trabekelmaschenwerks, scheint ein physiologischer und logischer Ansatz der IOD-Senkung zu sein.

Die winzigen Stents werden ab interno durch das Trabekelmaschenwerk in den Schlemmschen Kanal implantiert. Mit einem speziellen Injektor können zwei Stents in einem Schritt implantiert werden. Studien belegen, dass mit dem iStent inject™ Drucksenkungen erreicht werden können, die eine IOD-Kontrolle bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Glaukom mit weniger oder sogar ohne medikamentöse Therapie erlauben.

Für die Patienten kann diese neuen chirurgischen Möglichkeiten einen Zugewinn an Lebensqualität bedeuten, für die Ärzte weniger Grund zur Besorgnis wegen geringer Tropf-Compliance.

"28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)"

28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)
Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)
06.03. - 08.03.2014, Bochum
Wissenschaftliche Sitzung/ Sitzungspreis :
Moderne Biometrie bei sehr kurzen Augen
Meeting Abstract


  • M. Abraham - Castrop-Rauxel, Deutschland
  • Peter Hoffmann - Castrop-Rauxel, Deutschland

Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie. 28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Bochum, 06.-08.03.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014.

Published:

March 4, 2014

© 2014 Abraham et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Text
Fragestellung: Sehr kurze Augen sind für die Berechnung einer IOL immer noch eine der größten Herausforderungen. Können moderne Raytracing-Programme in Verbindung mit optisch gemessenen Daten der kristallinen Linse hier eine Verbesserung herbeiführen?
Methodik: Wir haben retrospektiv 100 mit dem Lenstar vermessenen kurze Augen mit folgenden Programmen bzw. Formeln berechnet und die Ergebnisse mit der tatsächlichen Refraktion verglichen („Vorhersagefehler“). Okulix, PhacoOptics (Raytracing), Holladay IOL Consultant Software sowie die Holladay I und Hoffer Q-Formeln (Gaußsche Optik). Es wurden keine Konstantenanpassungen an dieser Gruppe sehr kurzer Augen vorgenommen.
Ergebnisse: Die implantierte IOL war im Mittel 30,0±2,5 dpt stark. Die Pupillenweite wurde mit 3,0mm angenommen. Die Programme bzw. Formeln lieferten folgende Vorhersagefehler und % Ausreißer (Fehler > 1 dpt). Okulix –0,16±0,56 dpt / 10%, PhacoOptics –0,10±0,52 dpt / 6%, Holladay I + 0,09±0,71 dpt / 20%, Holladay II –0,13±0,73 dpt / 19%, Hoffer Q –0,25±0,73 dpt, / 21%.
Schlussfolgerung: Die Raytracing-Programme zeigen sich den Formeln bei kurzen Augen und hohen IOL-Brechkräften überlegen. Fehlerstreuung und Ausreißerzahl sind besser. Die nicht publizierte multivariate Holladay II-Formel zeigt keine Vorteile gegenüber den klassischen bivariaten Formeln. Die Linsendickeninformation verbessert die Vorhersagepräzision bei den Raytracing-Programmen spürbar.

 

"28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)"

28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)
Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII)
06.03. - 08.03.2014, Bochum
Wissenschaftliche Sitzung Femto/Varia/ Sitzungspreis:
Femtolaser-assistierte Katarakt-Chirurgie. Was hat der Patient davon?

  • Peter Hoffmann - Castrop-Rauxel, Deutschland
  • C. Lindemann - Castrop-Rauxel, Deutschland
  • M. Abraham - Castrop-Rauxel, Deutschland

Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie. 28. Kongress der Deutschsprachigen Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII). Bochum, 06.-08.03.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014.

Veröffentlicht:

4. März 2014

© 2014 Hoffmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


 
Fragestellung: Die Femtolaser-assisitierte Katarakt-Chirurgie (FLACS) stößt auf großes Interesse. Bei wissenschaftlichen Vorträgen wird stark auf Prozessqualität abgehoben. Welche Verbesserung erfährt aber die Ergebnisqualität?
Methodik: Wir haben bis zum 29.11.2013 582 fs-Katarakt-OPs durchgeführt, davon 133 mit arkuaten Inzisionen. Es liegen 265 1 Monats- und 144 6-Monats-Datensätze vor. Verglichen wurden diese Daten mit 140 konventionell operierten Augen aus einer aktuellen QM-Maßnahme. Bei kleineren Subgruppen wurden IOL-Verkippung und -zentrierung mit einem Purkinjemeter bestimmt sowie Größe und Zentrierung von Rhexis und IOL photometrisch erfasst.
Ergebnisse: Aufgrund der 1550 Zeichen-Beschränkung können die kompletten Zahlen erst im Vortrag präsentiert werden. Am ersten Tag betrug der Visus s.c. (geom. Mittel) 0.69 bei den Laser-Patienten und 0.62 bei den manuellen. Die Hornhautquellung betrug im Median 21 vs. 26 µm. Aberrationen höherer Ordnung waren im Median mit 0,085 vs. 0,105 µm ebenfalls geringer. Weiterhin wurde bei den FLACS-Augen etwas weniger IOL-Verkippung sowie etwas weniger Streuung bei der Zentrierung gemessen.
Schlussfolgerung: Sowohl bei früh- als auch bei spät-postoperativer Ergebnisqualität lassen sich leichte Vorteile für die fs-Laser assistierte Chirurgie feststellen. Die FLACS ist eine Verbesserung auf bereits schon sehr hohem Niveau.

 

"Im Brennpunkt: Trifokallinsen"

Künstliche Linsen (Augenimplantate) kommen bei der Operation des Grauen Stars sowie bei manchen Eingriffen zur Korrektur einer Fehl– und Alterssichtigkeit zum Einsatz. Eine herkömmliche Linse hat genau einen Brennpunkt (monofokal). Dieser kann vor der Operation so berechnet werden, daß z.B. für das Sehen in der Ferne ohne Brille als scharf gesehen wird. Für das Lesen und die mittlere Entfernung (Computer, Kochen etc.) ist dann aber meistens eine Brille erforderlich. Bereits seit mehr als 10 Jahren gibt es Multifokallinsen, die in Wirklichkeit aber Bifokallinsen (zwei Brennpunkte) sind. Diese ermöglichen bei guter Anpassung ein scharfes Sehen in der Ferne und gleichzeitig auch Lesefähigkeit ohne Brille. Als Nebenwirkung können Kontrastverlust sowie Lichthöfe (Halos) auftreten. Es gibt viele verschiedene Fabrikate, mit denen individuelle Anforderungen abgedeckt werden können. Alle Bifokallinsen haben eine Schwäche im mittleren Bereich, so daß auf Armlänge nicht scharf gesehen werden kann. Eine neue Entwicklung sind Trifokallinsen. Hierbei ist es gelungen, einen dritten Brennpunkt – nämlich für die mittlere Entfernung – zu integrieren, ohne daß die Nebenwirkungen zunehmen. Im Ergebnis entsteht eine nahezu durchgängige Sehschärfe von 40 cm bis unendlich. Trifokallinsen sind zur Zeit von zwei Herstellern erhältlich, nämlich Zeiss (D) und Physiol (F). Eine gleichzeitige Korrektur der Hornhautverkrümmung ist ebenfalls möglich. Nach unseren Erfahrungen bringen diese Linsen bei den meisten Patienten ein insgesamt besseres Ergebnis als herkömmliche Bifokallinsen. Bei Fragen zu diesen neuartigen Linsen beraten wird Sie gerne!